Schämen Sie sich Herr Frehe, schämen Sie sich Herr Rosche!

Offener Brief von René Russell:

In diesem offenen Brief geht es ausschließlich um die zur Zeit schwierige Situation der allein reisenden Flüchtlingskinder und die öffentlichen Äußerungen der Politik in Bremen und Bremerhaven zu diesem Thema.

Kinder und Jugendliche benötigen unsere besondere Rücksichtnahme und unseren Schutz. Sind diese Kinder außerdem noch traumatisierte Kriegsflüchtlinge die allein und unter oft unmenschlichen Umständen ihren Weg nach Deutschland lebend geschafft haben benötigen sie sogar mehr als das.

Was diese Kinder auf keinen Fall brauchen ist ein Hickhack über Zuständigkeiten und Kosten!

Seit mindestens einem Jahr ist bekannt das Kinder aus Syrien, dem Irak und aus den Bürgerkriegsgebieten Afrikas auf den Weg nach Europa sind. Das von diesen Kindern auch irgendwann einige in Bremen und Bremerhaven auftauchen werden musste allen entscheidenden Personen in den Sozial- und Jugendresorts klar sein sonst verstehen sie ihren Job nicht. Das nun öffentlich die Kinder/Jugendlichen hin und her geschoben werden statt rechtzeitig und einvernehmlich ein Konzept zu entwickeln ist ein Armutszeugnis sowohl des Sozialtaatsrats Frehe als auch des Sozialstadtrats Rosche.

Schon das hilflose Herumgeschubse der in Bremen auffällig gewordenen Kinder nach Bremen-Nord ohne vor Ort ausreichende Strukturen zu schaffen oder ein für alle verständliches Konzept öffentlich zu erarbeiten zeugt von schlechter Arbeit des Sozialresorts Bremen. Nicht besser ist das reflexartige „bei uns aber bitte nicht, uns geht es schon schlecht genug“ des Herrn Rosche.

Das diesen Kindern mit „nun habt ihr sie nun macht mal“ nicht geholfen ist sollte jedem klar sein. Stellen sie sich doch einmal vor, von Ihren Eltern aus Todesangst außer Landes geschickt zu werden, eine unvorstellbare Odyssee hinter sich zu haben die täglich von Hunger, Gewalt, Angst und Tod begleitet war.

Und dann sind sie in vermeintlicher Sicherheit und werden mit gleichaltrigen Flüchtlingen in Unterkünften die alles andere als menschenwürdig sind, zusammengepfercht bis sie dann irgendwann weiter verteilt werden. Eine therapeutische Begleitung findet größtenteils nicht statt. Hilfe zum Einleben, Schulbesuche oder Sozialisierung wird nicht angeboten.

Und sich dann darüber beschweren, dass diese Kinder und Jugendlichen sich nicht an ihnen unbekannte Gesetze halten? Sie ernsthaft als kriminell zu bezeichnen weil sie ohne Fahrkarte mit dem Bus oder der Bahn fahren. Oder die Landesgrenzen überschreiten (ist bei Stadtstaaten übrigens gar nicht so schwer!)? Ja selbst wenn sie Gewalt gegen Dinge oder Personen anwenden ist dieses Verhalten für Traumatisierte nicht ungewöhnlich und hervorgerufen durch all das Leid, das ihnen bis dahin geschehen ist.

Diese Kinder und Jugendliche brauchen Hilfen, keine Strafen!!!

Wir haben in den letzten Wochen viel über das Leid des 2. Weltkrieges lesen können. Über die Angst, die Hoffnungslosigkeit, den Schmerz. Vieles ist noch nach Jahrzehnten nicht verheilt. Und wir reden von Menschen, die sich zumindest mit ihrer Umgebung verständigen konnten, die vergleichbare Werte und Gesellschaftsformen und Religion gelebt haben. Diese Möglichkeit haben diese Flüchtlingskinder nicht.

Doch statt zu helfen, statt öffentlich miteinander Lösungen zu suchen, werden die Kinder kriminalisiert und stigmatisiert. Werden sie dorthin geschoben, wo es gerade am Besten zu passen scheint.

Wir haben bald ja wieder Weihnachten. Und dann wird wieder die Geschichte der berühmtesten „Ausländerfamilie“ der Welt in allen Kirchen als Krippenspiel vorgespielt. Mehr waren Maria und Joseph auch nicht. Fremde, die keine Aufnahme fanden und in einem Stall ihr Kind zur Welt bringen mussten. Sie mussten ihr Kind dann auch vor Herodes verstecken und fortgeben, damit es überleben konnte. Ob es Jesus auch so schwer hatte in seiner Kindheit? Wurde er auch hin- und hergeschoben? Er wird wohl Glück gehabt haben, damals gab es wohl noch keine Sozialbehörden.

Seien Sie einmal mutig meine Herren Frehe und Rosche. Gehen Sie auf die Öffentlichkeit zu und fragen nach Ideen. Fragen Sie nach Hilfe wenn Ihnen selbst oder Ihrem Resort nichts einfällt. Sollten Sie diesen Mut nicht aufbringen dann schweigen Sie lieber und stellen Sie einfach die Mittel, die für wirkliche Hilfe benötigt wird, zur Verfügung.

mit den besten Wünschen

René Russell

Üblicher Weise wird auf der Internet-Seite der Piratenpartei Bremerhaven keine persönlichen Meinungen veröffentlicht. Ich mache für dieses wichtige Thema einmal eine Ausnahme. Dieser Offene Brief ist ausschließlich meine persönliche Meinung. Die Piratenpartei Bremerhaven kann und darf in ihren Positionen davon abweichen.

 


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